Der Pottensteiner Teufelspakt

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Ein Mittsommernachtstraum. Ein Märchen.

Der Raubritter Ulrich bedroht mit seinen frechen Raubzügen die Gegend um Pottenstein und Gößweinstein, deshalb stellen ihm die Pottensteiner eine Falle. Ulrich entkommt schwer verletzt und flieht zur Teufelshöhle, wo er auf den Teufel trifft, der ihm einen Pakt anbietet. Wenn Ulrich dem Teufel seine Seele verschreibt, dann wird der ihm nicht nur das Leben retten, er wird ihm auch die Welt zu Füßen legen.

Ulrich schließt den Pakt … aber nur, weil er am Leben bleiben will, um noch einmal seine große Liebe zu treffen, Marie, ein junges Pottensteiner Mädchen, in das er sich unsterblich verliebt hat.

Marie irrt derweil durch den Wald, um Ulrich zu finden. In ihrer Verzweiflung begegnet sie den Geistern und Elfen, die sich im Klumpertal versammelt haben. Die Elfenkönigin verspricht ihr, sie bei ihrem Kampf um die Seele ihres geliebten Ritters zu unterstützen.

Während der Teufel immer genervter ist von Ulrichs Liebe zu Marie und seinem Desinteresse an der Eroberung der Welt, streifen auch die wackeren Helden der Pottensteiner Bürgerwehr unter der Führung von Wachtmeister Holzapfel durch den Wald und stolpern von einem Abenteuer ins andere.

Schließlich treffen sich alle Beteiligten an der Teufelshöhle zum letzten entscheidenden Kampf um die Seele des Ritters.

„Der Pottensteiner Teufelspakt“ ist ein gleichzeitig komödiantisches, aber auch packendes und dramatisches Märchen, das vom Kampf zwischen Gut und Böse erzählt.

Die uralte Pottensteiner Sage vom Pakt an der Teufelshöhle wird verknüpft mit anderen Märchen und Mythen der Fränkischen Schweiz und so zu einem großen, bunten Theaterabend, der mit seinen Figuren und seinen verzauberten Welten das Publikum mitreißen und zum Träumen bringen wird. Beste Unterhaltung ist garantiert.

Der Autor des Stückes, Daniel Leistner, Intendant der Faust-Festspiele, hat neben seiner Tätigkeit als Regisseur und Schauspieler schon in den 80er- und 90er Jahren Theaterstücke geschrieben. Für seine Komödie „Die Fährte des Drachen“ erhielt er 1991 das erste Nürnberger Autorenstipendium. Das Stück wurde als szenische Lesung am Nürnberger Schauspielhaus aufgeführt und erlebte seine eigentliche Uraufführung 1993 am Wiener Unterhaltungstheater. Leistner hat in den Neunziger- und 2000er Jahren noch mehrere Stücke geschrieben, konzentriert sich aber eher darauf, für seine Inszenierungen neue Fassungen und Übersetzungen der großen Klassiker zu erarbeiten. Das Stück „Der Pottensteiner Teufelspakt“ entstand 2021 exklusiv für die Faust-Festspiele Pottenstein.

Noch ein paar Anmerkungen zum Stück. Und ein Dankeschön.

Die Figur der Titania ist aus William Shakespeares „Sommernachtstraum“ entliehen. Ebenso wie das Schicksal, das Peter Pottenstein widerfährt. Wachtmeister Holzapfel ist ebenfalls von Shakespeare. Und zwar aus der wunderbaren Komödie „Viel Lärm um Nichts“.

Die Idee, dass der Teufel feindliche Truppen vertreibt, indem er die Undinen um Hilfe bittet, ist aus „Faust II“ von Johann Wolfgang von Goethe. Genauso wie der Einfall, dass sich der Teufel in der Antike mit den Phorkyaden anfreundet.

Das Motiv, dass der Teufel die schöne Helena aus der Vergangenheit holt, ist seit dem Mittelalter Teil aller Faust-Geschichten und Faust-Dramen.

Die Sage vom Pakt an der Teufelshöhle zwischen dem Raubritter Ulrich und dem Teufel ist eine alte Pottensteiner Überlieferung, die dem Faust-Stoff sehr ähnlich ist. Damit existiert in Pottenstein ein ganz eigener, originärer Faust-Mythos, der Pottenstein zum idealen Standort der Faust-Festspiele macht, die jedes Jahr Goethes „Faust I“ auf die Bühne bringen.

Auch die Elfen von Siegmannsbrunn und die Feen im Waldstück Schwarzbrunner Leite zwischen dem Hochgericht und Haselbrunn sind Figuren aus alten Pottensteiner Volkssagen. Ebenso wie die Wasserfee im Hüllweiher in Hasslach oder die Schwarzelfen bei Unterhauenstein im Felsengewirr um Elbersberg im Hollenberger Wald. Bis auf Titania handelt es sich in dem Stück also tatsächlich um echte Pottensteiner Feen und Elfen und nicht um die von Shakespeare oder Tolkien.

In einer anderen Volkssage wird berichtet, wie die Pottensteiner zu ihrem Spitznamen gekommen sind. Laut dieser Überlieferung haben sich die Ereignisse in etwa so zugetragen, wie sie im Stück geschildert werden.

Wer mehr erfahren möchte über die alten Pottensteiner Volksmärchen und Legenden, dem sei das unterhaltsame Büchlein „Pottensteiner Sagenschatz“ von Thomas Bernard empfohlen, das eine ergiebige und sehr nützliche Quelle für dieses Theaterstück war. Herzlichen Dank dafür!

Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Aronstab, die Giftpflanze des Jahres 2019, wächst tatsächlich im Klumpertal. Vom Verzehr der Beeren wird dringend abgeraten.